Kontaktkorrosion bei Titanwerkstoffen

Titan ist im aktiven Zustand ein relativ unedles Metall, dessen Normpotential mit -1,75 V zwischen denen von Aluminium und Magnesium liegt. Titan bildet allerdings schon bei Raumtemperatur an der Oberfläche eine festhaftende und dichte Passivschicht, die das Korrosionsverhalten entscheidend bestimmt.

In oxidierenden und neutralen Medien und auch in reduzierenden Medien, die jedoch Anteile oxidierender Bestandteile (Inhibitoren) aufweisen und somit eine Bildung der Passivschicht zulassen und einen Abbau vermeiden, weist Titan eine hohe Korrosionsbeständigkeit auf.

Aufgrund dieser Passivschicht liegen zwischen Titan und den korrosionsbeständigen 18/8-CrNi-Stählen, Monel und Hastelloy keine nennenswerten Unterschiede in den elektrochemischen Potentialen vor.

Die Gefahr einer Kontaktkorrosion ist daher bei annähernd gleich großen Oberflächen in z.B. Meerwasser und chloridhaltigen Lösungen weitgehend auszuschließen. Bei einem galvanischen Kontakt von Titan mit Magnesium, Aluminium, Kupfer und deren Legierungen kann hingegen ein verstärkter korrosiver Angriff dieser Partnermetalle eintreten.