Unlegiertes Titan und auch Titanlegierungen werden seit Jahren in der Medizintechnik angewendet. Die Einsatzgebiete sind vielfältig und einige Beispiele sind nachfolgend aufgeführt.

* Gelenkersatzteile für Hüfte, Knie, Schulter, Wirbelsäule, Ellbogen und Hand,
* Fixiermaterialien für Knochen, wie Nägel, Schrauben, Muttern und Platten,
* Zahnimplantate und Teile für die kieferorthopädische Chirurgie und zahnärztliche Prothetik,
* Herzschrittmachergehäuse und künstliche Herzklappen,
* chirurgische Instrumente für die Herz- und Augenchirurgie,
* Bauteile in schnell laufenden Blutzentrifugen.

Die Frage, welche der heute zur Verfügung stehenden Titanlegierungen für Implantate und chirurgische Instrumente am besten geeignet ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Dies gilt sowohl nach der allgemein vertretenen Meinung, dass die Biokompatibilität einer Legierung allein durch ihre Korrosionsbeständigkeit und die Toxizität ihrer Korrosionsprodukte bestimmt wird, als auch nach der Auffassung, dass die Gewebeverträglichkeit einen hohen Widerstand der Deckschichten voraussetzt.

Die als Dauerimplantate in den menschlichen Körper einzubringenden Implantatwerkstoffe müssen u.a. biokompatibel, korrosionsbeständig, gewebeverträglich, vital und elastisch sein. Diese Anforderungen werden von den Titanwerkstoffen in einem hohen Maß erfüllt.

Bedenken werden teilweise bei Langzeitimplantaten gegen die im elementaren Zustand toxischen Elemente, wie z.B. Vanadium geäußert, die zur Entwicklung von speziellen Titanimplantatle-gierungen, wie z.B. TiAl5Fe2,5 (TIKRUTAN LT 35) und TiAl6Nb7 geführt haben. Darüber hinaus ist in den letzten Jahren eine erhöhte Verwendung von β-Titanlegierungen als Implantatwerkstoff zu beobachten.
Die Frage der Biokompatibilität von Titanwerkstoffen ist vielfältig diskutiert und entsprechende Untersuchungen sind von verschiedenen Seiten durchgeführt worden. Auch auf die ständig steigende Bedeutung der Titanbasiswerkstoffe als Implantatwerkstoffe wurde auf vielen Fachtagungen immer wieder hingewiesen.